Artikelnummer: 978-3-943288-66-7

Tödliche Vergangenheit - eBook

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Déjà-vu in Vietnam
 
Ein steinerner Beobachtungsturm, bei einem Fischerdorf in der Nähe von Nha Trang, ist Zeuge des Postens einer Garnison des 2. REI der französischen Fremdenlegion während des Indochina-Krieges und er ist 60 Jahre später Ausflugsziel für eine Gruppe deutscher Legionärs-Veteranen, die hier einen Teil ihres Dienstes abgeleistet haben.
 
Ende des Jahres 1953 übernahmen Fremdenlegionäre die Aufgabe, in der Nähe gelegene Reisfelder und die arbeitenden Vietnamesen zu beschützen, welche immer öfter Überfällen der Vietminh ausgesetzt waren. Nach einer erfolgreich durchgeführten Operation gegen diese Angriffe kam es zu einem folgenschweren Zwischenfall, bei dem Fremdenlegionäre grausam zu Tode kamen – und so ließ ein Gegenschlag nicht lange auf sich warten. 
 
Für die Gruppe der Veteranen, welche sich im nahegelegenen Resort einquartieren, endet der gemeinsame Aufstieg zum ehemaligen Beobachtungsturm 6 Jahrzehnte später mit dem Tod eines der Veteranen durch eine Herzattacke. Es folgen weitere mysteriöse Todesfälle bei den angereisten ehemaligen und über 80jährigen Fremdenlegionären.
 
Der sich seit wenigen Tagen im Urlaub befindende Stuttgarter Oberkommissar Schneider, welcher sich von seinem stressigen Job erholen wollte und sich mit den teils schrillen Resort-Gästen amüsiert, schlittert in diese nicht enden wollenden Sterbevorfälle hinein.
 
Ein tragisch-tödliches Rendezvous wird zu einer atemberaubenden Kriminalgeschichte. 
 
 
Leseprobe
 
[...] „Legionär Vladimir, du warst auch schon mal pünktlicher“, stichelte einer seiner ehemaligen Kameraden den sich rasierenden Vladimir, welcher mit dem Rücken zu ihnen stand.
„Da war ich auch noch ein paar Jahre jünger, mein lieber Adolf. Zudem lebe ich schon über zwanzig Jahre hier; und hier hat man Zeit, sehr viel Zeit. Ich habe nicht einmal eine Armbanduhr. In Deutschland wohl nicht, selbst als Rentner nicht, doch hier schon, wie ihr seht: Trotzdem funktioniert alles. Wir werden schon noch rechtzeitig zum Posten Lac An, zu unserem Posten auf dem Hügel,
kommen. Zu Fuß ist es nicht allzu weit bis dorthin. Ein schöner Spaziergang wird es bestimmt. Wir laufen eben gemütlich. Wir haben doch alle Zeit der Welt und Vietminh gibt es auch nicht mehr. Noch ist es nicht zu heiß. Die letzten paar Meter geht es zwar durch das Dickicht, aber das sind wir ja von früher gewohnt.“
Da die Altherrenrunde gestern am Heiligabend relativ früh zu Bett ging, waren diese Persönlichkeiten natürlich ausgeschlafen und fit. Der Alkoholkonsum beschränkte sich lediglich auf das kleine Gläschen Wein, welches bei „Le Boudin“ geleert wurde.
Nicht so der arme Eckhart, der sich bereits schon wieder im Schweiß badete; und der Bluthochdruckkessel dampfte ordentlich im roten Bereich; seine Augen glichen denen einer Grundel.
„Nee, Leute, ich werde mich nochmal zu meiner Koje begeben. Jungs, bis irgendwann später“, und weg war Eckhart.
Von den Franzosen sah man auch noch nichts. Jay und sein Anhang spazierten bereits ein letztes Mal am Strand.
Man muss zugeben, dass es um diese Uhrzeit zwar nicht heiß, aber schon sehr schwül war, selbst die leichte Meeresbrise half da nicht viel.
Karl Ritter, ein etwas stabilerer, untersetzter Herr mit Glatze, sprudelte hervor: „Vladimir, heute Morgen gegen sechs Uhr, das Clarion, wie geht das denn? Halten Kameraden von der Legion immer noch unseren Stützpunkt?“
„Ja, genau, wir alle haben das Clarion gehört“, bestätigte ein weiterer Kamerad mit dem Namen Oskar Lehmann, und der Rest nickte fleißig übereinstimmend.
„Das Clarion bläst jeden Morgen um diese Zeit zum Appell, manchmal auch tagsüber. Komischerweise haben die Viets das von uns übernommen. Von den Amis haben sie das nicht, wieso auch, aber von uns schon. Seltsam, nicht wahr? Also, so daneben konnten unsere akustischen Kommandos ja wohl doch nicht gewesen sein“, lachte Vladimir.
 
Schneider blieb noch sitzen und sein Blick schweifte wie so oft und gerne über das Meer. Heute war großer Abreisetag. Somalia/Südafrika, Frankreich, England und das deutsch vietnamesische Paar checkten aus. Die einen reisten weiter in den Norden, die anderen flogen zurück nach Europa. Das Verabschieden von angenehmen Personen fällt einem immer schwer.
Nachdem Frau Vladimir die drei Pärchen in das Großraumtaxi verfrachtet hatte, ging sie zu Vladimir und schnatterte auf ihn in Vietnamesisch ein. Sie meckerte wohl, dass er seine gemütliche Morgentoilette nicht immer vor dem Restaurant-WC betreiben solle, denn sie zeigte immer wieder nach oben, wo sie ihre Räumlichkeiten hatten. Zudem konnte man es als Aufforderung deuten, dass er sich sputen solle, denn seine Kameraden standen schon gelangweilt umeinander. Manche blickten auf eine Karte, welche auf dem Tisch ausgebreitet war, andere taten es Schneider gleich.
Veteran Oskar musste seinen Magen noch mit irgendwelchen Tropfen aus der Apotheke beruhigen und fluchte: „Scheißgastritis!“
 
[...] Nachdem Schneider das Halbdunkle der Fotoräumlichkeiten verlassen hatte, ließ er sich im Innenhof einen Tee servieren und lauschte weiter den zwei Musikerinnen, welche die eine einem
Saiteninstrument, die andere einem Xylophon Klänge entlockte.
Eine geschmeidige Tänzerin bewegte sich grazil zu der Musik und Schneider genoss die Oase der Ruhe. Am liebsten würde er hier in dem bequemen Bambussessel jetzt seine Seele baumeln lassen und stundenlang verweilen.
Als Schneider einen kleinen Schluck Tee aus der Porzellantasse zu sich nahm, erkannte er aus einem Augenwinkel einen huschenden Schatten.
Er blickte auf, aber schon hatte sich dieser verflüchtigt.
Seinen Tee trank er nun etwas hastiger aus und begab sich den bizarren Treppenaufstieg hinauf, um die dortigen Ausstellungsräume aufzusuchen. Gerade als er die letzte Stufe hinter sich ließ und hinunterblickte, bemerkte er erneut einen leisen Schatten, welcher hinter ihm die Treppen hochschlich. Schneider beschleunigte und betrat den ersten Raum eines Kunstateliers.
Längst interessierten ihn nicht mehr die aus Edelholz gefertigten Skulpturen, Bilder mit eingelegtem Perlmutt und herrlich verzierten Schmuckschatullen.
Bewusst stand er mit dem Rücken zur Eingangstür, durch die er eingetreten war, da er mithilfe eines Spiegels die rückwärtige Situation unauffällig beobachten konnte.
Eine nette Verkäuferin legte ihre Zeitschrift beiseite, erhob sich von ihrem Hocker und kam mit einem Lächeln auf Schneider zu.
Schneiders Interesse beschränkte sich lediglich auf den Spiegel, der da an der Wand vor ihm hing.
Plötzlich bemerkte er eine schlanke, zierliche, dunkel gekleidete Gestalt mit einem roten Tuch um die Taille, welche von links nach rechts huschte. Die Frau vom Markt, schoss es ihm durch den Kopf.
Die Verkäuferin kam erst gar nicht dazu, ihre Gegenstände zu offerieren, denn Schneider signalisierte freundlich, dass er gehen wolle, und trat aus dem Raum heraus.
Wo war der Schatten?
Es war niemand zu erkennen.
Als er die Stufen wieder hinabging, stellte er sich unter einen größeren Gummibaum, wartete ein Weilchen geduldig und blickte hinauf zur überdachten, umlaufenden Galerie, von wo aus man in die verschiedenen Ateliers gelangte.
Sein Schatten mit dem roten Tuch tauchte leicht versteckt aus einem hinteren Eck auf und Schneider erkannte, dass diese weibliche Person an ihrem Smartphone herumtippte.
Schneider verließ den eigentlich angenehmen Ort der Ruhe und Besinnlichkeit mit einem flauen Gefühl im Magen.

Author: Terry Kajuko

Rubrik: Belletristik - Krimi

ISBN:  978-3-943288-66-7

Seiten: 297

Auflage: 1. Auflage August 2017

Format: PDF Datei

Grösse: 1.26 MB

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