Artikelnummer: 978-3-943288-94-0

Leben unter fremder Flagge

Bewertung:
Brutto-Verkaufspreis: 23,90 €
Netto-Verkaufspreis: 22,34 €
MwSt.-Betrag: 1,56 €
Brutto-Verkaufspreis: 23,90 €
17 Jahre Leben an der Front – geballte Aktion der Sturmtruppen und humanes Engagement.
 
Im Laufe der Dienstzeit von Thomas Gast in der französischen Fremdenlegion war der Autor Akteur und Zeitzeuge nicht nur vieler Einsätze und Operationen in der Epoche zwischen 1987 und 2002, sondern er spürte und verfolgte auch hautnah alle Veränderungen, denen dieses Elitekorps unterlag. 
 
Der vorliegende Bericht führt den Leser vom tiefsten Dschungel Guyanas hin zur schier endlosen Savanne der Zentralafrikanischen Republik, von der Wüste Tschads zu den Kriegswirren auf dem Balkan in den Jahren 1992 und 1993. Und eine Erkenntnis blieb und bleibt bestehen: Die Legende Legion ist immer noch intakt.
 
Bei diesem Buch handelt es sich um die text- und bildlich erweiterte Ausgabe des Erstlingswerks Die Legion: Mit dem 2e Rep in den Krisenherden dieser Erde. Es war ein Erfolg und führte hervorragende Kundenrezensionen im Kielwasser mit sich. In seiner Ausgabe 20/12 wies das FOCUS-Magazin das Buch als das Standardwerk schlechthin aus.

Das Buch wechselte den Verlag und erscheint nun mit neuem Titel, einem anspruchsvolleren Text, einer übersichtlicheren Kapitelgestaltung, mit mehr Bildern und zusätzlichen erlebten Geschichten bei der Epee Edition. Diese rundum erneuerte Publikation bietet dem Leser einen detaillierten Einblick in das Armeekorps, von dem viele behaupten, es sei das beste, das es je gab.

----------------------

Leseprobe:

 
[...] Opération Pélican
 
Am 3. Mai 1997 waren wir unterwegs Richtung Westafrika. Nach Gabun, um genauer zu sein. Gabun galt als Plattform für Projektionen in Krisengebiete. Da zu dieser Zeit die Situation in Zaire (das ehemalige Belgisch-Kongo und nach dem Bürgerkrieg 1997 die Demokratische Republik Kongo) mehr als angespannt war, haftete dieser Compagnie tournante von Anfang an ein Hauch von Pulverrauch an. Alle Zutaten für einen Einsatz waren gegeben. Vom Norden des Landes her rückte Désiré Kabila mit seiner Allianz der demokratischen Kräfte für die Befreiung Kongos (AFDL) auf Kinshasa vor, während das diktatorische Regime Mobutus sich bereit machte, die Stadt gegen die Aggressoren zu verteidigen. Man befürchtete ein Blutbad. Angesichts der Umstände verlegten wir, die 1. Kompanie und die CEA des 2. REP, von Libreville nach Brazzaville im Kongo (früher Französisch Kongo). Brazzaville und Kinshasa lagen sich auf Sichtweite gegenüber, nur der Pool Malebo (früher Stanleypool, nach Henry Morton Stanley), eine Erweiterung des Kongoflusses, trennte sie voneinander. Kabila stand mit seinen Truppen vor den Toren Kinshasas. Da in Kinshasa Hunderte von Europäern und andere Staatsangehörige lebten und arbeiteten, beschlossen die Generäle eine koordinierte und vor allem rechtzeitige Evakuierung. An dieser sollten sich Soldaten aus Frankreich, Portugal, England, Belgien und den USA beteiligen. Wir Legionärszugführer hatten einen ganz konkreten Auftrag. Dieser beinhaltete Folgendes: Übersetzen mit Schnellbooten über den Kongofluss. Vorstoßen bis zu den designierten Sammelpunkten. Evakuieren der Personen vor Ort, dies unter Einsatz von Waffengewalt, falls notwendig. Nach der Durchführung des Auftrages für andere Verwendung bereit stehen. Während die Vorbereitungen auf Hochtouren liefen, begann es in Brazzaville zu brodeln. Niemand scherte sich darum, denn alle Augen waren nur auf Kinshasa gerichtet. Untergebracht im Camp ORSTOM (Office de la recherche scientifique et technique outre mer, frei übersetzt: Amt/Büro für wissenschaftliche und technische Forschungen in Übersee), wies ich meinen Zug in die Lage ein und gab die ersten Vorbefehle. Die Munition, originalverpackt und auf Paletten geliefert, wurde sofort an die Züge ausgeteilt. Ein Profisoldat weiß, auf was er zu achten hat; und so überprüften die Jungs peinlich genau die Lippen der Magazine sowie deren Allgemeinzustand. Magazine wurden im Paar, Seite an Seite, zusammengefügt, um den rapiden Magazinwechsel durchzuführen, die Kanonen der Waffen entölt. Die Kriegsmunition gurteten wir im Verhältnis 3:1. Drei Schuss normale, ein Schuss Leucht- oder Glimmspur! Das dient der besseren Trefferbeobachtung und den Zielkorrekturen. Auch im scharfen Einsatz ist die Verwendung von Leuchtspurmunition, wenn man sie intelligent einsetzt, nicht von Nachteil für die Truppe. Es sollte dabei aber darauf geachtet werden, höchst flexibel und beweglich zu sein, öfter als üblich die Stellung zu wechseln und, wenn möglich, nur aus zweiter Reihe zu schießen. Die Patronengurte für die leichten und schweren MGs wurden dünn eingeölt, dann noch einmal trocken gezogen. Die Schützen achteten darauf, dass die Patronen sauber in den Bändern lagen. Von Bedeutung war auch die peinlich genaue Überprüfung der Sicherungssplinte der Handgranaten. Die Männer arbeiteten still und mit tausendmal geübten Handgriffen, den einen oder anderen „Chant légion“ auf den Lippen. Mancher rauchte! Ich beobachtete die Gesichter meiner Soldaten. Nirgendwo erkannte ich ein Zögern. Auch die Hitzkopfmentalität ließen sie vermissen, was ich exzellent fand. Es herrschte die notwendige Abgeklärtheit, die Ruhe vor dem Sturm. Über dem Camp ORSTOM regte sich kein Lüftchen, es war schwer, schwül und heiß. In meinem Kopf ging ich Lage und Auftrag durch. Zu meiner Verfügung hatte ich drei Kampfgruppen mit einer jeweiligen Stärke von zwölf Mann. Jede Gruppe bestand aus einem Sturm- und einem Deckungstrupp. Jeder Gruppenführer verfügte weiterhin über einen Scharfschützen. Innerhalb der Deckungstrupps fanden sich (außer der Standardwaffe FAMAS, die jeder hatte) je eine MINIMI (leichtes MG 5,56 mm) und eine LRAC (Panzerfaust). In ihren Handgranatensäckchen an ihren Hüften trugen die Legionäre offensive (Druck-) und defensive (Splitter-) Handgranaten. Außerdem hatten sie Gewehrgranaten AP-34 (gegen Infanterie), AC-58 (gegen Panzer) und AP-AV 40 (gegen Infanterie und leicht gepanzerte Fahrzeuge). Die modularen Schutzwesten wogen schwer. Die meisten von uns hatten den Unterleib- und Hodenschutz sowie den Schutz für Hals und Kinn abgenommen. Mein Zugtrupp bestand aus mir selbst, meinem Funker, einem MG-Schützen, dem Krankenpfleger mit dem Trousse d’infirmerie (Erste-Hilfe-Einsatz-Set) und einem Fahrer. Die Männer waren ausgeruht, in einer körperlich topfitten Verfassung, die Moral hervorragend. Mein Ziel war es, in Zugkeilformation vorzustoßen, wissend, dass ich den Rücken frei haben würde und im Falle einer Feindberührung mit rapidem, koordiniertem Deckungsfeuer rechnen durfte. Das erforderte, dass mein Stellvertreter sich zwischen der ersten und der zweiten Gruppe hinten rechts oder links bewegte. Die dritte Gruppe wollte ich vorne an mich binden, um aus der Bewegung heraus zielstrebig zu handeln. Die Scharfschützen sollten selbstständig, unabhängig und flexibel operieren. Dafür waren sie ausgebildet und genau so hatten sie ihre größte Effizienz. Ihr Instinkt sollte ihr einziger Chef sein! Die Verbindungen nach links und rechts zu den Nachbarzügen, das wussten wir schon vorher, konnten höchstwahrscheinlich nicht immer aufrechterhalten werden, und das aus zwei Gründen: Erstens war Kinshasa keine Kleinstadt, sondern eine immense bebaute Fläche mit tausend Verschachtelungen, Gassen, Einbahnstraßen, Hinterhöfen etc. Und zweitens lagen die Sammelpunkte nicht immer nahe zusammen. Im Klartext hieß das: Im Falle eines Pépin (bei Schwierigkeiten) war mit Unterstützung kaum zu rechnen. Wie die Bevölkerung reagieren würde, wussten wir nicht: War sie uns freundlich oder feindlich gesonnen? Aber noch wichtiger: Wie würden sich die beiden kämpfenden Fraktionen uns gegenüber verhalten? Alles konnte glatt über die Bühne laufen oder verdammt kompliziert werden. Da wir über keine Unterstützungswaffen wie Artillerie, schwere Mörser, Panzer oder Panzerabwehr verfügten, mussten wir auf unsere Schnelligkeit, unsere Mobilität setzen. Außer den organischen Handfeuerwaffen würden wir nur die Musette dabeihaben. Darin zwei Rationen, etwas Wasser, Munition … und noch mehr Munition! Noch am selben Abend übten wir nachts und so diskret wie möglich das schnelle Besetzen der Boote. Damit fuhren wir in die Flussmitte bis an das Limit des Verantwortlichen (man sollte uns unter keinen Umständen von Kinshasa aus sehen), drehten dann um und begannen von vorne. Der Pilot des Bootes hatte zwar das genaue Kap auf seinem Bootskompass eingestellt, dennoch überprüfte ich ständig das Azimut. [...]
 

Autor: Thomas Gast

Rubrik: Sachbuch - Biografie

ISBN: 978-3-943288-94-0

Einband: Softcover

Format: DIN A5

Seitenzahl: 437

Abbildungen: 191 Fotos und Skizzen

Auflage: 1. Aufl. 12/2016   
 

Lieferzeit:   sofort verfügbar

 

 


Montag, 06. März 2017

Von Günter Hofsäß
Ein spannendes, packendes und interessantes Buch, das einen guten Einblick in die Legion Etrangere (Fremdenlegion) bietet. Der Autor Thomas Gast beschreibt das Leben in der Legion
in der er selbst 17 Jahre treu gedient hat. „Honneur et Fidelite“ - Ehre und Treue das Motto dieser Elite Truppe. Man nennt sie auch Frankreichs „Fremde Söhne“, keine französische Mutter muss um einen Sohn weinen, wenn einer dieser Männer im Einsatz sein Leben lässt.

Danke Thomas Gast für die faszinierenden Einblicke in eine Welt in der das Leitmotiv „Ehre und Treue“ ist. Ein Motto das der Welt und den Menschen, zumindest ein darüber „Nachdenken und Respekt“ vermitteln sollte.

Rezensionen
Top

Kontakt

Wir sind gerne per Email für Sie da:

Epee Edition e.K.
info[at]epee-edition.com

 

Zahlungsmöglichkeiten

Unsere Partner

 

 
 
 

Themenseiten

 

 

Wir unterstützen